SIMPLY_SWING – Warum eine Raumspartür ?

Bei beengten Platzverhältnissen kommen oft statt der üblichen Drehflügeltüren verschiedene Raumspartüren zum Einsatz.
Besonders bei rollstuhlgerechter Ausstattung ergibt sich oft diese Notwendigkeit, da die Flügel normaler Türen bei den hierfür nötigen breiten Türöffnungen weit in den Raum schlagen und breite Flure vor den Türen erforderlich machen.
Auch ermöglichen sie die Nutzung der Tür ohne umständliches Rangieren mit dem Rollstuhl.

Die Anforderungen an barrierefreie, behindertengerechte Türen regeln die DIN 18025 Teil 1 (rollstuhlgerecht) und Teil 2 (barrierefrei).

HINWEIS:

Für Umbaumaßnahmen zur Herstellung von Barrierefreiheit  können Zuschüsse bis zu 4.000 € pro Maßnahme bewilligt werden.
Umfassende, übersichtliche  Informationen hierzu finden man auf Nullbarriere.de .

Als Raumspartüren befinden sich zur Zeit diverse Systeme auf dem Markt,
die unter den verschiedensten Bezeichnungen und Markennamen angeboten werden.

Faltschwingtür eines Bahn-Waggons

Am weitesten verbreitet ist eine modernisierte Variante der betagten Waggon-Tür alter Reichsbahnwagen.

Dieses System wird zur Zeit am Meisten beworben und von Verbänden und Fachgremien empfohlen.

Eine weiteres gängiges System basiert auf der klassischen Falttür.

Obwohl sich die Funktionsprinzipien nicht grundlegend gegenüber diesen historischen Vorbildern geändert haben, erwecken viele Türenproduzenten den Eindruck, derartige raumsparenden Türen selbst erfunden zu haben und versehen ihre, an sich gleichwertigen, Produkte mit einer Vielzahl von Markennamen.

Da die Verwendung dieser Namen der Genehmigung des Markeninhabers bedarf und eine eindeutige Klassifizierung der Systeme nicht existiert, verwende ich aus der Funktionsweise generierte Begriffe, die im Folgenden illustriert und beschrieben werden:


schiebetuerSchiebetüren
Klassische, in einer Laufschiene hängende Schiebetür, die mindestens auf einer Seite mit einer Griffmuschel ausgestattet sein muß.


faltschwingtuerFaltschwingtüren
Ein zweigeteilter Türflügel (1/3 – 2/3) mit Drückergarnitur läuft punktuell geführt in einer Laufschiene, dreht sich gleichzeitig an der Bandseite, knickt ein und schwingt dabei in die Türöffnung hinein.


faltschiebetuerFaltschiebetür
Ein zweigeteilter Türflügel (1/2 – 1/2) der mindestens einseitig mit meist 2 Griffmuscheln ausgestattet sein muß, läuft punktuell geführt in einer Laufschiene, dreht sich gleichzeitig an der Bandseite, knickt dabei ein und faltet sich vor der Türöffnung zusammen.


schiebeschwingtuerSchiebeschwingtür
Ein ungeteilter Türflügel mit Drückergarnitur läuft punktuell geführt in einer Laufschiene und schwingt mittels bandseitiger Schwenkarme in die Türöffnung.


faltdrehtuerFaltdrehtür
Ein zweigeteilter Türflügel (1/2 – 1/2) der mindestens auf einer Seite mit Griffmuscheln ausgestattet sein muß, wird mittels einer Parallelogrammführung gefaltet und dreht sich dabei an der Bandseite.


sptr-foto-buerstendichtung

Bürstendichtung am Sturz einer handelsüblichen Raumspartür

Bis auf die Faltdrehtür basieren alle gängigen Raumspar-Türsysteme auf mindestens einer Führung in einer Laufschiene. Gegenüber dem klassischen Drehflügel ist dieses aufwendiger und bringt mehr Reibung mit sich.
Die Laufschiene ist darüber hinaus anfällig für

sptr-foto-dichtung

Herausgedrehte vertikale Dichtung einer handelsüblichen Raumspartür

Verschmutzung und stellt auch weitaus höhere Ansprüche an die Herstellung als ein einfaches Drehgelenk.

Während bei der klassischen Drehflügeltür das Blatt beim Schließen fast senkrecht und ohne Reiben auf die Dichtung des Rahmens drückt, ist die Herstellung der Dichtheit bei den handelsüblichen Schiebe-, Faltschwing- und Schiebeschwingtüren schwierig zu lösen. Es kommen schleifende Dichtungen, Bürstendichtungen oder Hebemechanismen zum Einsatz oder man verzichtet ganz darauf.

Das „Einschwingen“ des Türblattes in das Futter führt darüber hinaus in einigen Fällen dazu, daß selbst die seitlichen Dichtungen nicht funktionieren, da sie im Laufe der Zeit aus ihter Führungsnut herausgedreht und unbrauchbar werden.

Um das Türblatt exakt in Position zu halten, benötigen einige Systeme Einbauteile im oder am Boden, was bei einigen Ausführungen zu Behinderungen oder sogar zu Stolperstellen führen kann.
Auch neigen derartige Konstruktionen dazu, permanent Schmutz aufzusammeln und erschweren die Reinigung, was gerade bei Gebäuden mit hohen Anforderungen an die Hygenie nachteilig ist.

Lager am Fußpunkt einer Schiebeschwingtür Deutlich sichtbar eine für die Reinigung schwer zugängliche Stelle.

Eine Schiebetür läßt sich grundsätzlich schwerer öffnen, als eine Drehflügeltür, da der Weg des Angriffspunktes der Öffnungskraft einer Drehflügeltür bis zur  Öffnung auf das Lichtmaß etwa dem 1,5…1,6-fachen der Öffnung entspricht, der der Drehtür dagegen gleich der Öffnungsbreite ist (Hebelgesetz). Auch muß bei der Schiebetür die gesamte Masse zum Öffnen bereits am Anfang beschleunigt werden.

Besonders reibungsarme Beschläge sollen dieses Manko mindern.

Geteilte Türblätter schließen am Knickpunkt schlecht, da an dieser Stelle die Andruckkraft fehlt. Das betrifft sowohl handelsübliche Faltschwing- und Faltschiebetüren als auch Faltdrehtüren.

Bei vielen derartigen Systemen ist zu Beginn des Öffnens ein Totpunkt zu überwinden, was einen zweiten Griff oder die Anordnung der Klinke weiter zur Türmitte hin erforderlich macht.

Gerade für Behinderte dürfte eine beidhändige Bedienung nicht optimal sein.

1Auch sollten Griffmulden, Knäufe und ähnliche Sonderbeschläge für motorisch eingeschränkte Menschen vermieden werden.
Für Faltsysteme ist jedoch gerade diese Platzersparnis oft entscheidend, um genügend Durchgangsbreite freigeben oder die Hälften des Türblattes aufeinanderfalten zu können.

Für klassische Schiebetüren sind Griffmulden zumindest einseitig praktisch unvermeidbar.


 Bis auf die klassische Schiebetür befinden sich im geöffneten Zustand die Klinke und das Türblatt oder Teile des Türblattes in der lichten Öffnung und schränken so die Durchgangsbreite ein. Der Platzgewinn relativiert sich somit, da eine größere Türöffnung zum Erreichen des gewünschten Lichtmaßes benötigt wird.

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Sollen die Faltschwingtüren oder auch Schiebeschwingtüren in die Futter dicker Wände, zum Beispiel bei Altbausanierungen, eingebaut werden, schlagen die Klinken an die Innenseite des Türfutters und verringern die lichte Durchgangsbreite um ein Weiteres.

Außerdem besteht hier die Gefahr, an der Türklinke hängen zu bleiben, was gerade bei gebrechlichen Menschen zu Verletzungen führen kann.

Es sieht so aus, als zielten die Entwickler in Erster Linie darauf ab, das geöffnete Türblatt aus dem Raum in die Türöffnung zu verlagern, ohne zu bedenken, daß dann dort der Platz verloren geht.

Der Vorteil der Schiebetür, daß die Klinke nicht in der Türöffnung stört, relativiert sich durch das bei ihr bestehende Problem der schlechten Greifbarkeit der üblichen Schiebetürgriffmulden für Menschen mit motorischen Einschränkungen.


Bei Faltschwing- und Schiebeschwingtüren bewegen sich Teile des Türblattes in beide zu erschließende Räume. Für Behinderte sollen sich Türen jedoch vollständig nach außen öffnen lassen, da bei einem Unfall die Person oder der Rollstuhl an der Tür verklemmt liegen können und so das Öffnen nicht möglich ist.
In engen Räumen stören die in ihn hereinragenden Teile der Tür darüber hinaus grundsätzlich.grundriss-bad-01Notentriegelungen, mit deren Hilfe man im Bedarfsfall auch eine blockierte Tür von Außen öffnen kann, verkomplizieren die Konstruktion der Tür.

Gerade bei der Verwendung in Gebäuden für behinderte Personen, ist anzuzweifeln, ob jeder gerade Anwesende diese Notentriegelung in Panik und Eile auch wirklich bedienen kann.

sptr-foto-klemmgefahr

Blick in die Fuge am Knickpunkt einer handelsüblichen Raumspartür. Die Hand wird nur durch ein einseitiges Gummiprofil geschützt. Die Finger würden sich an der harten Kante dahinter verletzen.

Sich durch die Faltung des Türblattes er- gebende Klemmstellen am Knick des Tür- blattes führen zur Quetschgefahr für Hände und Finger.
Diese Stelle ist insofern besonders prägnant, da es für einen Rollstuhlfahrer praktisch ist, genau an diesem Punkt die Tür zuzudrücken.

Einen wirksamen Klemmschutz konnte ich bei keinem Hersteller finden.
Ein einseitig aufgebrachtes Gummiprofil eines Produzenten täuscht Sicherheit nur vor. Andere Produzenten verzichten ganz und gar auf einen Schutz der offensichtlichen Klemmstelle.
Erstaunlicherweise verfügen derart gefährliche Produkte trotzdem über TÜV-Siegel und diverse Zertifikate!


 

DIE SIMPLY_SWING RAUMSPARTÜR LÖST DIESE PROBLEME MIT EINEM EINFACHEN MECHANISMUS


  • Die SIMPLY_SWING Raumspartür schlägt analog einer Drehflügeltür senkrecht in eine dreiseitig umlaufende übliche Gummidichtung. Eine zwischen den beiden Teilblättern angeordnetes elastisches Klemmschutz-Profil sorgt auch hier für durchgehende Abdichtung.
  • Das geteilte Türblatt der SIMPLY_SWING Raumspartür wird auch am Knickpunkt durch den Schwenkarm fest an die Dichtung im Falz gedrückt
  • Beim Öffnen der SIMPLY_SWING Raumspartür gibt es keinen Totpunkt, der die Bedienung behindert oder durch Sonderbeschläge ausgeglichen werden muß.
  • Für die SIMPLY_SWING Raumspartür können gängige Futter und Drehtürbeschläge verwendet werden; Schiebebeschläge sind nicht erforderlich.
  • Alle Teile des Türblattes der SIMPLY_SWING Raumspartür bewegen sich nur nach einer Seite. Es besteht also kein Bedarf für eine Notentriegelung.
    Für den Fall, daß die Tür absichtlich von innen blockiert wurde, ist eine Entriegelung von Außen optional möglich.
  • Die SIMPLY_SWING Raumspartür verfügt über einen Klemmschutz, der jegliches Quetschen von Fingern und Hand am Knickpunkt der Türblatthälften unmöglich macht.
  • Im geöffneten Zustand engen weder Klinke noch Türblatt der SIMPLY_SWING Raumspartür die lichte Öffnung ein. Die Klinke bleibt trotzdem immer gut erreichbar.12
  • Die Lage der zusammengefalteten Türflügel der SIMPLY_SWING Raumspartür läßt sich über die Geometrie des Schwenkhebels nach Bedarf positionieren.
  • Da sich der Schwerpunkt des Flügels der SIMPLY_SWING Raumspartür beim Öffnen den Bändern annähert und sich so der Hebelarm die Last des Türblattes verringert, werden die Beschläge weniger belastet als bei einer normalen Drehflügeltür und die zur Bedienung benötigte Kraft wird geringer (Pirouetten-Effekt).
  • Die SIMPLY_SWING Raumspartür läßt sich in jedes vorhandene Türfutter, unabhängig von der Wanddicke einbauen. Sogar der Umbau vorhandener Drehtürblätter ist möglich.

 


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